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Business Intelligence 1.0 Damals, als ich noch jung war, war zwar nicht alles, aber manches eben doch besser als heute. Und vor allem war vieles einfacher. Es gab in fast jedem Dorf einen kleinen, sogenannten “Tante-Emma-Laden”. Die Senior-Chefin stand hinter der Ladentheke, kannte jeden Kunden mit Namen, kannte seine Kaufgewohnheiten, seine gesamte Familie. Sie wusste, wer krank ist, wo die Kinder zur Schule gehen und welche Wurstsorte der Kunde gerne kauft. “Tante Emma” wusste, was der Kunde braucht. Woher wusste sie das? Vom Kunden selbst! Das nette Gespräch an der Ladentheke, die Unterhaltung beim Einpacken des Einkaufs, das nachmittägliche Klönen (“schnacken, quatschen”) mit den anderen Leuten im Dorf. Alls dies verschaffte dem Tante-Emma-Laden einen ganz klaren Überblick über die Wünsche und Bedürfnisse der Kundschaft. Informationsbeschaffung heute Heute ist die Informationsbeschaffung für Unternehmen zu einem teuren, umständlichen und rechtlich nicht immer ganz sicheren Unterfangen geworden. Ganze Unternehmen widmen sich der Beschaffung und Vermarktung von Kundendaten – allen voran vermutlich Google und Konsorten. Daten sind die Währung im Internet. Google, Facebook, die DeutschlandCard und Payback – um nur einige zu nennen – sammeln Kundendaten und werten diese aus. Google zum Beispiel stellt seine Dienste wie Gmail, Google+, Google Docs kostenlos zur Verfügung. Wie können die das machen? Ganz klar: Sie müssen mit anderen Sachen Geld verdienen. Hier kommen die Kundendaten ins Spiel. In der Google-Datenschutzerklärung heißt es: Erfasst werden Informationen wie Nutzungsdaten, Einstellungen, Gmail-Nachrichten, Google+ Profil, Fotos, Videos, Browserverlauf, Kartensuchen, Dokumente oder andere von Google gehostete Inhalte. Eigentlich müsste das wohl eher Datenfreigabevereinbarung heißen. Wir geben Google all die Daten zur Auswertung an die Hand, die bei unseren Google-Suchen, beim Browsen (mit oder ohne Google Chrome), beim Videos schauen auf Youtube oder bei der Nutzung unseres Android-Smartphones anfallen. Google weiß also, wo wir sind (Smartphone), wonach wir suchen, ob wir krank sind (“Finde die nächste Apotheke”), welche Websites wir besuchen (Chronik des Google Chrome, Tracking über die uns von Google ausgelieferten Anzeigen), und nicht zuletzt die Inhalte aller unserer Gmail-Emails… Da kommt schon etwas zusammen. Ein lokal agierendes Unternehmen wie zum Beispiel ein Restaurant oder Frisör kann von diesen Daten profitieren. Einfacher und vor allem nachhaltiger kann man jedoch nach dem “Tante-Emma-Prinzip” neue Kunden gewinnen und zu Stammkunden machen. “Hallo, Herr Müller!” Mein Tipp: Lernen Sie Ihre Kunden kennen! Damit meine ich nicht die Google-Analytics-Auswertungen Ihrer Website. Ich meine den Kunden. Persönlich. Sie sind vor Ort! Direkt am Kunden. Und eben dieser Kunde wünscht sich heute, nach mehr als einem Jahrzehnt der euphorischen Konzentration auf den ach-so-einfachen Online-Markt, wieder eine persönliche Beziehung zu seiner Umwelt. Er möchte nicht mehr nur über seine Email-Adresse identifiziert werden – er möchte wieder mit seinem Namen begrüßt werden. Die heutigen Konsumenten haben (endlich) erkannt, dass der Online-Markt den lokalen Unternehmen das Leben schwer macht und oftmals für den Tod vieler kleiner, über Generationen geführter Unternehmen verantwortlich ist. Und gerade diese kleinen Läden erleben gerade ein Comeback. Die Kunden möchten wieder frische Ware aus der Region, von echten Menschen über die Theke gereicht. Und wenn diese echten Menschen den Kunden auch noch kennen, sich Zeit nehmen und auf den Kunden eingehen, wird dieser Kunde (mit großer Sicherheit) zum Stammkunden werden. Diese zufriedenen Kunden werden das Unternehmen weiter empfehlen (“Word of Mouth / Empfehlungsmarketing”) und so für neue Kunden sorgen.
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